23 November 2007
Oh Tannenbaum – oder der alljährliche Wahnsinn
Geschrieben von Gerhard Zirkel in Kategorie: Deutschland; Europa .
Bald ist es wieder so weit, die Welt fängt an, sich mit Weihnachtsbäumen einzudecken.
Nach Angaben der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald www.sdw.de/ werden auch dieses Jahr wieder mehr als 27 Millionen Weihnachtsbäume in deutschen Wohnungen stehen. Oder davor, je nach Geschmack und Platz.
Etwa 70% davon werden aus Deutschland stammen, der Rest kommt aus Dänemark. Die deutschen Bäume kommen zumeist von Betrieben in Schleswig-Holstein, NRW und Niedersachsen.
Nicht immer hat man beim Kauf des Baumes ein gutes Gewissen. Zwar stammen die Bäume hierzulande fast alle von Plantagen (lediglich 5% der Bäume werden im Rahmen der geregelten Forstwirtschaft aus dem Wald entnommen) werden aber nicht selten mit Chemikalien behandelt oder zum Verkauf quer durch das ganze Land gekarrt.
Zunehmend achten die Verbraucher deshalb auf die Herkunft und Aufzucht der Bäume. Tun kann man da einiges.
Am besten kauft man die Bäume schon einmal bei regional ansässigen Waldbauern, das sorgt für einen kurzen Transportweg und zusätzlich dafür, dass die Bäume beim Kauf frisch sind und entsprechend länger halten.
Hat man gerade keinen Waldbauern in der Nähe und muss bei einem Händler kaufen, sollte man auf das Herkunftssiegel der Bäume achten. Dieses gibt Auskunft darüber wo der Baum aufgewachsen ist.
Auch über die Art des Anbaus kann man sich vor Ort informieren. Der typische Plantagenbaum wird mit einer Vielzahl von Chemikalien behandelt. Von Breitband-Insektiziden, Herbiziden, Mineraldünger bis hin zur Gentechnik ist dabei kein Mittel schlecht genug um nicht eingesetzt zu werden.
Ökologische Christbaumanbauer pflegen ihre Kulturen anstatt mit Chemikalien per Hand oder setzen Schafherden, speziell Shropshire-Schafe, zur Pflege ein. Auf diese Weise kann völlig auf Unkrautvernichtungsmittel verzichtet werden.
Erkennen kann man solch ökologisch angebaute Bäume an zwei Markensiegeln. Dem Naturland-Zeichen und dem Siegel des Forest Stewardship Council (FSC).
Weitere Infos dazu gibt es übrigens in Form eines Öko-Knigges für den Weihnachtsbaumkauf bei: http://www.robinwood.de/german/wald/weihbau/index.htm
Aber so ökologisch ein Weihnachtsbaum auch angebaut wurde, so bleibt dennoch ein fader Beigeschmack ob des Sinns unseres Handelns. Ich für meinen Teil sehe mir die Bäume lieber im Wald an als vor dem Wohnzimmertisch.
Gerhard Zirkel
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Ein Kommentar bis jetzt...
Feng Shui Blog » Adventskalender 2007: Geschafft! » Von Gerhard Zirkel » Adventskalender 2007 schrieb:
24 Dezember 2007 at 03:19.
[...] Die Geschenke sind verpackt, der Baum wäre geschmückt, wenn man denn einen hätte. Warum ich dieses Jahr keinen habe beschreibt einer der ersten Artikel des Waldblogs: http://www.waldblog.de/20…jaehrliche-wahnsinn/ [...]