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3 Dezember 2007

Urlaubsparadies Indonesien? Der Schein trügt

Geschrieben von Gerhard Zirkel in Kategorie: Asien .

 

Bei Bali fallen den meisten Menschen sofort Urlaub, palmengesäumte Strände, Korallenriffs, Sonnenschein tagsüber und üppige Schlemmereien in der Nacht ein.

Die Tier- und Pflanzenwelt Indonesiens ist weltweit einzigartig. In kaum einer anderen Gegend unseres Planeten finden sich so viele Arten nebeneinander wie auf den Inseln Indonesiens.

Orchideen und Bananenstauden finden sich in direkter Nachbarschaft zu Pfeffersträuchern, Kokospalmen, Bambus, Teak- und Mahagonibäumen. Bunte Fische wie der seit dem Film “findet Nemo” berühmte Clownsfisch findet man neben Schildkröten, Geckos und Waranen. Elefanten neben Orang-Utans und Tigern.

Eine rasant wachenden Wirtschaft gibt es nicht, genau so wenig wie all zu viel Schwerindustrie. Ein wahres Paradies auf Erden, die grüne Lunge der Erde eben, rund zehn Prozent des weltweiten Baumbestandes befinden sich in Indonesien.

Vielleicht findet deshalb die 13. Uno-Weltklimakonferenz auf Bali statt. Was liegt schließlich näher als eine Konferenz, die sich mit dem Klima befasst, dort stattfinden zu lassen wo die Welt noch in Ordnung ist?

Fehlanzeige!

Der wahre Grund sieht etwas anders aus. Indonesien ist weltweit einer der schlimmsten Luftverschmutzer. Eine Studie der Weltbank und der britischen Regierung hat im Juni diesen Jahres eindeutig bewiesen, dass Indonesien der drittgrößte Luftverschmutzer weltweit ist. Direkt hinter den USA und China und noch vor Brasilien, Russland und Indien!

Indonesien produziert beispielsweise gut drei Milliarden Tonnen Treibhausgase im Jahr, der größte Teil davon ist auf die exzessive Brandrodung des Urwaldes zurückzuführen. Nicht selten ist das halbe Land von dichten Rauchwolken verhüllt, keine Folge zufälliger Brände sondern gewollt und geplant.

In keinem anderen Land der Erde wird so viel Regenwald in so kurzer Zeit vernichtet wie in Indonesien. Jede Stunde verschwindet eine Fläche von ca. 300 Fußballfeldern. Die Vorgehensweise ist immer gleich. Zuerst werden die wertvollen Edelholzbäume gefällt und verkauft, danach kommt das Feuer, dann wird das Gebiet entwässert und mit Ölpalmen bepflanzt.

Schuld daran sind auch die westlichen Industrieländer. Um die Bevölkerung zu beruhigen wird vermehrt das vermeintlich nachhaltige Palmöl eingesetzt. Als Biodiesel wird es als nachwachsender Rohstoff angepriesen. Dass bereits lange vor der ersten Ernte schon riesige Mengen CO2 entstehen, durch die Brandrodung und die Folgen, das spricht niemand gerne aus. Zu hohe Gewinne verspricht man sich von diesem Geschäft.

Bleibt nur zu hoffen, dass der Klimagipfel auf Bali wenigstens ein wenig Linderung bewirkt. Präsidentin Susilo Bambang Yudhoyono hat im Vorfeld er Konferenz immerhin 79 Millionen Bäume pflanzen lassen.

Das ist zwar nett gemeint, wäre aber in etwa so, als ob man den Bayrischen Wald abholzen und zum Ausgleich einen Apfelbaum im Garten pflanzen würde.

Bleibt nur auf die Einsicht der Verantwortlichen Entscheidungsträger zu hoffen oder zumindest auf ein so großes öffentliches Interesse dass etwas geschehen muss.

Gerhard Zirkel

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