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5 Dezember 2007

Plenterwald

Geschrieben von Gerhard Zirkel in Kategorie: Wald .

 

In einem Plenterwald stehen Bäume verschiedener Altersklassen nicht in räumlich getrennten Sektoren, sondern auf einer Fläche beieinander. Von einer Bewirtschaftung eines Waldes im Plenterbetrieb spricht man, wenn kontinuierlich ältere Bäume entnommen werden so dass jüngere Exemplare nachwachsen können.

Solche Wälder haben oftmals ein recht naturbelassenes Aussehen, sind aber dennoch keine Urwälder, sondern bewirtschaftete Flächen. Der Unterschied eines bewirtschafteten Plenterwaldes zum natürlichen Urwald besteht im fehlen des Totholzes, da die Bäume meist vor ihrem natürlichen Absterben entnommen werden. Zudem ist die Altersverteilung der Bäume in einem Plenterwald wesentlich gleichförmiger als in einem Urwald.

Sehr wahrscheinlich kommt der Begriff Plenterwald von Plünderwald. Solche Wälder wurden im Mittelalter von der ganzen Gemeinde gemeinschaftlich genutzt. Die Bewirtschaftung erfolgte sehr unregelmäßig, da sich jeder je nach Bedarf einzelne Stämme entnehmen durfte.

In Notzeiten führte das nicht selten zu einer Übernutzung des Plünderwaldes. Bis ins 19. Jahrhundert gab es solche gemeinschaftlich genutzten Wälder noch. Danach wurde die Plenterung nach und nach verboten um die Waldgebiete zu erhalten.

Die bevorzugten Baumarten für einen solchen Plenterwald sind Halbschatt- und Schattbaumarten wie Fichte, Buche und Weißtanne. Diese Bäume sind in der Lage im Schatten bestehender Bäume aufzuwachsen und dennoch zu stattlichen Exemplaren heranzuwachsen.

Die Bewirtschaftung eines Waldes im Plenterbetrieb gehört zu den nachhaltigeren Bewirtschaftungsformen, da hier ständig alle Altersklassen vorhanden sind und sich der Wald kontinuierlich verjüngt.

Bewertet wird solch ein Wald mittels der Plenter- oder Gleichgewichtskurve. Sie gibt das Verhältnis der recht vielen dünnen Stämme zu meist wenigen dickten Exemplaren an. Soll aus einer Monokultur ein Plenterwald entstehen sind meist mehrere Generationen gezielter Fortbetrieb notwendig.

In Deutschland findet man Plenterwälder nur noch in Bauernwäldern im Schwarzwald, im Allgäu und im Bayerischen Wald. In der Schweiz sind solche Wälder noch weit verbreitet.

Weiterführende Informationen zu Allgäu und Schwarzwald finden Sie unter www.bauernhofurlaub-ostallgaeu.de sowie
www.bayern-reisen-urlaub.de/schwarzwald/

Gerhard Zirkel

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Ein Kommentar bis jetzt...

Martin vom BaumTeam schrieb:

10 Dezember 2007 at 20:20.

Ich würde sagen, daß Plenterwald im Staatsforst überall dortzu finden ist, wo sich maschinelle Holzernte nicht lohnt. Das sind vor allem Hanglagen im Vorgebirge und Gebirge, sowie andere schwer zugängliche Wälder. Die Schutzwälder (Errosion- und Lawinenschutz) der Alpen werden oft auch im Plenterbetrieb bewirtschaftet. Generell würde ich sagen sind Plenterwälder besser (schöner) als “Plantagenwälder”, haben aber mit natürlich gewachsenem Mischwald auch nur wenig Gemeinsamkeiten.

Martin

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