29 Dezember 2007
Kahlschlag bei Ulmer Wilhelmsburg geplant
Geschrieben von Gerhard Zirkel in Kategorie: Deutschland .
Gerade habe ich einen Interessanten Artikel zum geplanten Jubiläum “150 Jahre Bundesfestung” in Ulm gefunden:
http://www.szon.de/lokales/ulm/stadt/200712290374.html
Dem Artikel zufolge planen die Stadt Ulm und der Förderkreis “Bundesfestung Ulm”, der sich um die Pflege und Restaurierung der Bundesfestung Ulm kümmert, einen massiven Kahlschlag um die Anlagen der Ulmer Wilhelmsburg herum.
Zur Feier in 2009 solle der Blick auf die Befestigungsanlagen nicht von Bäumen behindert werden, zudem braucht man die freigelegte Burg wohl als Motiv für Postkarten, Poster und Fotokalender.
Naturschützer, allen voran der BUND, befürchten nun einen hemmungslosen Kahlschlag. Mehrere tausend Bäume müssten gefällt werden und das, obwohl gerade um die Festungsanlagen in den letzten 150 Jahren ein recht ursprünglicher und damit schützenswerter Wald entstanden ist.
Gerhard Zirkel
Stichwörter: Clearcut, Kalhschlag, Ulm, WilhelmsburgÄhnliche und weiterführende Beiträge
2 Kommentare bis jetzt...
Claudia Hecht schrieb:
30 Dezember 2007 at 23:18.
Hallo,
auch ich bin entsetzt über die Kahlschlagpläne rund um die Festungsanlage Wilhelmsburg in Ulm. Dort hab ich schon als kleines Kind im Wald gespielt und mich an der Natur erfreut. Aber in Ulm ist seit einigen Jahren der Kahlschlag ausgebrochen. Bäume bedeuten der Stadtverwaltung nicht viel. Es gibt aber einen wachsenden Widerstand wie immer wieder in der Südwest Presse (1. Ulmer Lokalzeitung!) in Leserbriefen zu lesen ist. Warscheinlich wird es wieder zu einem “faulen” Kompromis kommen. Anstatt 1000 Bäume “nur” 750 oder so ähnlich.
In der Südwest Presse kam auch ein Artikel, der zum Glück eher zugunsten der Naturschützer ausfällt. Bin gespannt auf die Reaktionen der Bürger.
http://www.suedwest-aktiv.de/region/swp_ulm/ulm_und_neu_ulm/3311796/artikel.php
Ich selbst habe auch einen Leserbrief geschrieben.
Viele Grüße aus Ulm
Claudia Hecht
Gerhard Arnrich schrieb:
16 Mai 2008 at 14:20.
Es wird hier mit zweierlei Maß gemessen. Wenn in verschiedenen Städten ein privater Bauherr auf seinem Grundstück Bäume fällen muss ist dies ein riesiger bürokratischer Aufwand, fast schon ein Spießrutenlauf bei den einzelnen Entscheidungsträgern. Hier soll unter dem Vorwand des Denkmalschutzes ohne Not ein Stück Natur zerstört werden. Wenn Industriebetriebe gebaut werden sollen und damit Arbeitsplätze geschaffen werden wird dies verhindert, wenn in dem vorgesehenen Baugebiet ein Hamster seine Behausung hat. Haben hier Denkmalschützer besondere Rechte? Ebenfalls wollen am Fort Oberer Kuhberg die “Denkmalschützer” ein Biotop im Bereich der Kleingartenanlagen beseitigen, Bäume abholzen und die Kleingartenpächter verdrängen. Mit dem Baumfällen wurde bereits begonnen, natürlich unter dem Deckmantel des Denkmalschutzes. Bei jeder größeren Baumaßnahme müssen Umweltverträglichkeitsprüfungen durchgeführt werden. Wurde dies für die Baumfällungen an der Wilhelmsburg und am Oberen Kuhberg eventuell vergessen?
Gerhard Arnrich
Freier Architekt