5 Januar 2008
Affen als Apotheker
Geschrieben von Gerhard Zirkel in Kategorie: Afrika .
In einem im Jahre 2007 gestarteten Projekt arbeiten das Forschungszentrum des MNHN, die Makere Universität in Kampala und die Uganda Wildlife Authority (UWA) an einer ganz neuen Methode, Medikamente für bestehende Krankheiten zu finden.
Die Forscher haben festgestellt, dass es im Regenwald Ugandas Schimpansen gibt, die sich bei Erkrankungen erfolgreich mit Heilpflanzen aus ihrer Umgebung kurieren.
Die Menschenaffen suchen sich mit einer bislang unbekannten Zielsicherheit jeweils die Pflanzen aus, die ihre Krankheit heilen. Damit führen sie jetzt die Forscher zu den medizinischen Wirkstoffen.
Beobachtet werden innerhalb dieser Studie ca. 50 Affen. Die Forscher interessiert vor allem, welche Pflanzen erkrankte Tiere zu sich nehmen und welche Auswirkungen das auf deren Gesundheitszustand hat.
Analysen der Ausscheidungen der Tiere führen die Wissenschaftler dann zu den gesuchten Wirkstoffen. Unter den bislang gefundenen Wirkstoffen ist auch einer gegen Malaria, sowie einer gegen Darmparasiten.
Die Bedingungen für eine solche Beobachtung sind in Uganda besonders gut. Es gibt dort im Regenwald bei Kibale, 250 Kilometer westlich von Kampala gelegen, noch eine sehr vielfältige Pflanzenwelt. Zudem sind die Schimpansen dort an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt, was die Beobachtung natürlich vereinfacht.
Gerhard Zirkel
Stichwörter: Affen, Apotheker, Arznei, regenwald, Uganda, WirkstoffeÄhnliche und weiterführende Beiträge
2 Kommentare bis jetzt...
Hans Mustermann schrieb:
7 Januar 2008 at 19:38.
die Affen wissen mehr als die Wissenschaftler?
Fortschritt ist, sich ebendas einzugestehn.
Gerhard Zirkel schrieb:
7 Januar 2008 at 20:08.
Ja, das wäre der eigentliche Fortschritt. Aber anstatt einfach die Welt um uns herum zu beobachten und daraus zu lernen, holzen wir sie lieber ab – eigentlich eine absurde Vorgehensweise.
Gerhard Zirkel