18 Januar 2008
Sierra Leone verhängt Exportverbot für Holz
Geschrieben von Gerhard Zirkel in Kategorie: Afrika .
Das es nicht nur schlechte Nachrichten von der Regenwaldfront gibt, sondern auch gute, zeigt der Inhalt einer Pressemeldung von http://www.visitsierraleone.org
Die an Guinea, Liberia und den Atlantik angrenzende westafrikanische Republik, Sierra Leone, hat einen kompletten Exportstopp für Holz verhängt. Die Republik kämpft seit Jahren gegen die Folgen des 2002 beendeten Bürgerkriegs. Nur langsam geht es wieder aufwärts.
Um so leichter hatten es chinesische und andere ausländische Unternehmen, sich an den letzten noch intakten Waldgebieten des Landes zu bedienen. Diese Selbstbedienungsmentalität hat bereits zu schweren Umweltschäden, nicht nur in Sierra Leone selbst, sondern in ganz Westafrika geführt
In manchen Landesteilen sind aufgrund des fehlenden Baumbestandes so starke Bodenerosionen aufgetreten, das Teile der Bevölkerung umsiedeln mussten.
Die seit September 2007 bestehende Regierung des Landes zieht mit dem Exportverbot quasi die Notbremse. Immer aggressiver wurde das Vorgehen der Holzfirmen, ein bereits unter der vorherigen Regierung bestehendes Gesetz gegen den illegalen Holzeinschlag wurde bislang völlig ignoriert.
Der Exportstopp soll zwar nicht unbegrenzt gelten, aber immerhin so lange bis wirksame Gesetze dafür sorgen, dass der Wald nachhaltig bewirtschaftet und die Bevölkerung am Gewinn beteiligt wird. Momentan werden die Stämme roh exportiert, das Land selbst profitiert also noch nicht einmal davon.
Zudem soll Sierra Leone zum Touristenziel werden, eine inakte Natur ist dazu absolut notwendig.
Gerhard Zirkel
Stichwörter: Afrika, Raubbau, regenwald, Sierra Leone, WestafrikaÄhnliche Artikel: