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14 Februar 2008

Das Camisea-Erdgasprojekt in Peru

Geschrieben von Gerhard Zirkel in Kategorie: Südamerika .

 

Seit 2004 wird im Amazonas-Regenwald in Perus Südosten Erdgas gefördert. Über eine Hauptpipeline wird das Gas über die Anden bis an die pazifische Küste transportiert.

Das Camisea-Projekt ist das größte Erdgasprojekt in der Geschichte Perus. Unter Führung mehrerer multinationaler Konzerne, allen voran der US-amerikanische Öl- und Gaskonzern Hunt Oil, dient es der Förderung und dem Export von peruanischem Erdgas nach Mexiko und in die USA.

Die San Martin und Cashiriari Felder, gemeinsam bekannt als Block-88, Camisea, enthalten mindestens 8,7 TCF natürliches Gas von dem mindestens 6,8 TCF gefördert werden können. Optimistische Schätzungen sprechen sogar von 11 TCF Gas und einer Fördermenge von 8,24 TCF.

Damit enthält das Gebiet zehn Mal so viel Erdgas wie alle anderen Fördergebiete Perus. TCF bedeutet übrigens trillion cubic feet und ist eine gebräuchliche Volumeneinheit für Erdgas.

Kritik

Das Camisea Projekt steht seit Anbeginn in der Kritik. Insbesondere seine massiven ökologischen Auswirkungen auf Flora und Fauna, die Schädigung der indigenen Bevölkerung und der zweifelhafte ökonomische Nutzen sind dafür verantwortlich.

Nach einem Bericht von Amazon Watch, einer US-Umweltorganisation, verstößt das Projekt dass sich in einem der empfindlichsten Ökosysteme der Welt befindet gegen eine ganze Reihe von Umwelt- und Sozialstandards.

Es gibt zwar einen eigens gegründeten Fonds für die Entschädigung der indigenen Bevölkerung. Aus diesem könne sich aber jeder bedienen, nur nicht die Indigenen.

Das Projekt stößt aber nicht nur bei Umweltschützern und Menschenrechtlern auf Widerstand.

Experten wie der Harvard-Forscher Glen P. Jenkins gehen davon aus, dass Peru durch den Export der Erdgasreserven letztendlich wirtschaftlich schlechter dastehen könnte als wenn die Reserven für den Eigenbedarf genutzt würden.

Weiterer Ausbau

Um den Bedarf und die ständig gestiegene Fördermenge bewältigen zu können soll für insgesamt 1,6 Milliarden US-Dollar eine weitere Pipeline und eine Anlage gebaut werden, in der das Erdgas für den Export in die USA und nach Mexiko verflüssigt wird.

Ein Großteil der Rohre für die bereits bestehenden Gaspipelines wurden aus alten Beständen verwendet und waren schon beim Bau der Leitungen korrodiert. Schon nach kurzer Zeit kam es zu sechs größeren Lecks, die normalerweise erst nach 40 Jahren auftreten. Auch der Tierbestand habe sich bereits reduziert, so Amazon Watch. Eine weitere Pipeline wird das Problem weiter verschärfen.

Am 5. Februar 2008 hat Weltbank nun einen 300 Mio Dollar-Kredite für das Camisea-Erdgasprojekt in Peru bewilligt. Auch Vertreter der Bundesregierung in den Bank-Gremien haben der Vergabe und somit auch der Verwendung von Steuergeldern zugestimmt.

Die Verpflichtung der Weltbank auf Klimaschutz wird durch diese Kreditvergabe natürlich ad absurdum geführt. Durch die Subventionierung milliardenschwerer Ölkonzerne wird lediglich die Regenwaldzerstörung, der rücksichtslose Umgang mit der eigenen Bevölkerung und der Abbau des Umweltschutzes gefördert.

Weitere Informationen zum Camisea-Projekt finden sich unter www.camisea.com.pe

Gerhard Zirkel

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