12 März 2008
Das echte Dschungelcamp – Teil 2
Geschrieben von Gastautor in Kategorie: Annette in Costa Rica .
Wer von Euch angenommen hat, dass ich ins feindliche Lager gewechselt bin, weil so ein 40 Inch Schwert ja ganz schön was hermacht, der hat sich geschnitten… Der stolze Besitzer ist ein echter Arbofilia (Baumliebhaber) Nachwuchs und ein echtes Multitalent.
Mit der Säge schneidet er Bretter aus Stämmen, die auf natürliche Weise zu Fall gekommen sind/ von Schutzkleidung hat er natürlich noch nie auch nur etwas gehört und als ich ihn danach frage, hat er auch gleich ein gutes Gegenargument zur Hand wenn so ein Brett, bzw. Stamm beim Zersägen wegrollt, sollte man schleunigst das Weite suchen / und in einer Schittschutzhose ist das nur schwer möglich.
Neben Waldarbeiter ist er auch Holzbildhauer, Glasbläser, Goldwäscher, Filzkünstler, Baum/ und Holzspezialist und derzeit Student für Produktdesign.
Ich habe aber noch mehr schöne Überraschungsfotos für euch, die ich hoffentlich bald präsentieren kann, da ich zur Zeit aber im Regenwald sitze, lässt die Verbindung ein Hochladen von Fotos leider nicht zu. Der Monitortransport war auch für etwas gut, denn kaum bin ich in den Büros von Arbofilia angekommen, verabschiedet sich auch schon der alte Bildschirm- der Spezialist diagnostiziert Tod an Transformerversagen. Ich weiß nicht, ob das wirklich ein Zufall war…
Heute haben wir wirklich viel gesehen auf der ca. 130 km langen Fahrt von San Jose zum Carara Nationalpark an der Westküste- keine Sorge, ich werde hier keine Baumfotos einstellen (höchstens mal ein klitzekleines). Auf der fünfstündigen Fahrt hat sich gezeigt, dass Botanikprofessoren auch nur Menschen und von der unendlichen Vielfalt hier schlichtweg überwältigt sind.
Außerdem haben sich die beiden Herren aus Ontario auch eher auf Eichen eingeschossen, die man hier natürlich auch finden kann. Ab und an wird eine vorsichtige Bestimmung vorgenommen, die sofort widerrufen wird, man weiß wirklich nicht, wie man hier vorgehen soll, will man die Bäume kennen lernen. Wir einigen uns darauf, einfach mit den Schönsten zu beginnen, besonders fällt uns ein Baum mit großen, violetten Blüten ins Auge und halten weiterhin nach allem Ausschau, was irgendwie okay aussieht.
Glücklicherweise reist Miguel, ein einheimischer Botaniker mit uns, der sehr viel über die 700 heimischen Arten weiß.
In der Gegend, durch die wir fahren, standen einst (vor 35 Jahren}wechselfeuchte Wälder (in der Trockenzeit werfen viele Arten die Blätter ab}, jetzt sind in erster Linie Viehweiden ohne Vieh zu sehen, kein Wunder, denn die Produktivität der Boeden nimmt nach wenigen Jahren um zwei Drittel ab, das Muttergestein, das die notwendigen Mineralstoffe liefern könnte, liegt außer Reichweite der Wurzeln. Ein Rind benötigt hier also eine Fläche von anfänglich 2 bis zu 6 Fußballfeldern. Von den wenigen Rindern, die wir zu Gesicht bekommen, sehen viele sehr mager aus, ihnen scheint diese Fläche nicht zur Verfügung zu stehen.
Der Feuchtwald ist anhand der sich auftürmenden Wolken schon aus der Ferne leicht zu erkennen, doch sind wir von dieser Vegetationszone noch durch den Krokodilsfluss getrennt. Der Fluss macht seinem Namen alle Ehre, eine Gruppe von ca. 15 Stück fläzt faul in der Sonne und im Wasser, ein paar Meter weiter grasen Kühe… aber die Krokodile sind wohl eher auf Nabelschweine aus, die den Fluss überqueren möchten und ernähren sich ansonsten von Fischen.
Wenn man ganz langsam schwimmt und sich gründlich mit Schlamm einreibt, kann man so einen Krokodilsfluss angeblich auch unbeschadet durchqueren verrät uns Miguel, der sich auch mit den Tieren hier auskennt, auch wenn ich kein sehr schneller Schwimmer bin ziehe ich die Brücke vor…
Den Pazifik dürfen wir uns nur noch vom Auto aus anschauen, damit wir vor Einbruch der Dunkelheit bis zur Station kommen, selbst eine Pinkelpause wird nicht mehr genehmigt, zu recht, wie sich zeigt. Die kümmernden Teakplantagen, die den Weg säumen sind ohnehin nicht sehr fotogen…
Fortsetzung folgt…
Annette
www.pro-regenwald.de
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2 Kommentare bis jetzt...
Jutta schrieb:
12 März 2008 at 16:17.
Und, Annette, auch schon gelernt wie man mit der Machete umgeht? Ohne die wirst du nämlich nicht weit kommen bei der Erkungung des Dschungels!
Freu mich auf weitere Berichte und Fotos. Jaja, der Regenwald und Costa Rica ist schon ein ganz besonderes Erlebnis- Pura Vida! Pflanz schön viele Bäumchen, damit bald noch mehr Regenwald gibt dort;-)
Gerhard Zirkel schrieb:
12 März 2008 at 18:31.
Na das Argument mit der Schnittschutzhose ist ja putzig. Als ob die einen beim wegspringen behindern würde
Gerhard