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13 März 2008

Das echte Dschungelcamp – Teil 3

Geschrieben von Gastautor in Kategorie: Annette in Costa Rica .

 

So, heute also die erste Nacht im Regenwald… einerseits wunderbar, das Zirpen der Zikaden wirkt wunderbar einschläfernd, doch als ich aufwache bemerke ich einen beißenden Geruch, der mir keine Ruhe mehr lässt- das ist eindeutiger Raubtiergeruch, da kenne ich mich leider aus, darüber hinaus haben wir natürlich gerade gestern darüber gesprochen, wie sich die Pumas an ihre Beute heranschleichen, sie tagelang ausgiebig beobachten, um dann im geeignetem Moment zuzuschlagen.

Ich leuchte also mit meiner funzeligen Taschenlampe die Gegend ab (für einen Batterieeinkauf für meine richtige hat die Zeit leider nicht mehr gereicht…), natürlich ist nichts zu sehen, immerhin beruhigt es mich, dass die umstehenden Bäume keine Astgabelungen aufweisen, auf denen sich so eine Katze gemütlich niederlassen könnte.

Aber wo steckt das Vieh dann- doch nicht etwa in der im Erdgeschoss gelegenen Küche? – die Station ist zu allen Seiten hin offen. Ich warte ab, bis es ein bisschen heller wird (zum Glück geht das einigermaßen schnell), dann gibt es auch schon Frühstück. Miguel hat die Katze ebenfalls gerochen und gehört, wie er mir bestätigt, ich soll mir aber keine Sorgen machen, es handelt sich nur um einen kleinen Ozeloten, fast handzahm, der in der Scheune der Nachbarn übernachtet – na dann…trotzdem werde ich mir für die kommende Nacht die Machete neben das Bett stellen…

Heute war auch mein Erstkontakt mit der Machete, wie ihr feststellen könnt habe ich es überlebt, der Kakaobaum, den ich von seinen Wasserreisern befreien sollte eher weniger. Meine neu erworbenen Fähigkeiten kommen schneller zum Einsatz, als es mir lieb ist- beim ersten Ausflug rund um das Haus stoßen wir auf eine verstopfte Wasserleitung, die mit einem Stock gereinigt werden soll, der Machetenspezialist ist leider zugleich auch der Wasserrohrspezialist – und Costa Rica ist, wie sich in diesem Moment herausstellt, ein erstaunlich emanzipiertes Land …. na denn Frau zu…

Die Botaniker haben gestern offensichtlich ihr Licht unter den Scheffel gestellt, sie erkennen tatsächlich die ein oder andere Pflanze, dennoch entdeckt jeder von uns auf Schritt und Tritt etwas Neues. Miguel zeigt uns einen Baum, dessen Rinde bei Durchfall Wunder wirkt, damit ist unser Aufenthalt ja bis auf weiteres gerettet. Aber eigentlich muss man sich in dieser Hinsicht keinerlei Sorgen machen.

Noami und Olga bekochen uns wirklich sehr gut, so dass ich trotz meiner Abneigung für Hülsenfrüchte nicht vom Fleisch fallen muss. Übrigens gehören in dieser Gegend etwa 70 % der Bäume den Bohnegewächsen an, die der Luft Stickstoff entziehen und speichern können – vielleicht ist die verstärkte Pflanzung dieser heimischen Arten ein Schritt auf dem Weg aus der Klimafalle?

Am Nachmittag habe ich beim Spaziergang zu einem Aussichtspunkt dann noch ein weiteres Mal Raubkatzenparanoia, denn da schnurrt doch eindeutig etwas im Busch, in einer ganz tiefen Frequenz… ein Motorrad! Gefährlich ist eigentlich nur der verspielte und verschmuste Terrierverschnitt, der hier rumstreunert, wenn man ihm nicht schnell genug sein Stöckchen klaut.

Mal sehen, ob sich heute noch das große Geheimnis lüften lässt, wie Tropische Bäume bei der Partnersuche vorgehen… die Schwierigkeit besteht darin, dass es ja an sich keine soo eindeutige Jahreszeitregelung gibt wie in den gemäßigten Breiten, wo sich die Pflanzen anhand der Dauer der Sonneneinstrahlung zur gemeinsamen Blüte verabreden können…

Lg (mein Spanisch macht leider immer noch keine großen Fortschritte)

Annette
www.pro-regenwald.de

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