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1 April 2008

Das echte Dschungelcamp – Teil 11 – Wald

Geschrieben von Gastautor in Kategorie: Annette in Costa Rica .

 

Genug vom Meer, mich zieht es wieder in den Wald… ein kurzer Zwischenstopp in David (der Bus benötigt heute nur drei anstatt vier Stunden) und etwa einer halben Stunde Schlange stehen an der Grenze komme ich gut in La Gamba, der Tropenstation vom Regenwald der Österreicher an (www.lagamba.at).

Hier wimmelt es geradezu von Freiwilligen …

Regenwald der Österreicher

und direkt nach der Ankunft nimmt mich Nela, eine costaricanische Forststudentin, die für die

Nela

Freiwilligen und Aufforstungsprojekte zuständig ist, mit zum Wildpflanzen sammeln.


Regenwald der Österreicher 2Die Pflanzen kommen in die Baumschule und werden nach 3- 6 Monaten andernorts wieder ausgesetzt.


Asterogyne martiania Auf dem Weg zu den “Mutterbäumen” sehen wir eine Palme (Asterogyne martiania), die sich ihre Nährstoffe selbst organisiert, indem sie herabfallend Blätter wie in einem Trichter auffängt und kompostiert.

Die Nährstofflösung wird direkt zu ihren Wurzeln transportiert.


Ein paar Meter weiter ein Gegenstück- hier liefert eine Akazienart ihren Mitbewohnern, den Ameisen, freie Kost & Logis (die seltsamen braunen Verdickungen), dafür verteidigen diese die Akazie gegen andere Insekten und konkurrierende Pflanzen.

Akazie Ameisenwohnung

Abends zeigt mir Nela noch ihre „Haustiere”, kleine Kaimane, die in den Tümpeln auf dem Gelände der Station leben. Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg zu Aufforstungsflächen, die auf Privatgrund angelegt wurden.

Ähnlich wie bei Arbofilia soll auch hier ein Korridor gepflanzt werden, der zwei Nationalparks verbindet. Bei der ersten Fläche bekommt Nela einen Schock: ca. 80 % der Bäume, die hier vor einem Jahr angepflanzt wurden, sind trotz des stabilen Zauns von Kühen und Pferden zertreten und abgefressen worden.

Was von den Kühen verschont wurde, haben sich die Blattschneideameisen unter den Nagel gerissen. Viele der Bäume werden ersetzt werden müssen, das lohnt sich aber nur, wenn auch eine Lösung für das Kuhproblem gefunden wird. Das erweist sich als nicht besonders einfach, denn oft werden die Kühe von den Nachbarn gezielt auf die Flächen getrieben, da die eigenen Weiden oft schon übernutzt sind.

Die Bauern hier sind ehemalige Bananenarbeiter, die nicht viel von Viehwirtschaft verstehen- und dass die Kühe auch die Bäume fressen, das war ihnen wohl auch nicht klar. Weideland ist zudem sehr knapp geworden, da sich die Ölpalmplantagen in dieser Gegend immer weiter ausbreiten und unter dem dichten Palmwedeldach wächst so viel wie in einem deutschen Fichtenforst.

Gegen den Verbiss könnte man den Terminaltrieb mit Wolle oder einem ähnlichen Material umwickeln, aber gegen das Niedertrampeln hilft das nicht- und dann sind da auch noch die Ameisen, die von Vögeln leider verschmäht werden… – Pestizide sollen auf keinen Fall verwendet werden, denn Ökologie wird in La Gamba großgeschrieben.

Eine denkbare Lösung ist die Pflanzung eines Baumes, den die Ameisen besonders gern fressen und dann dafür hoffentlich die anderen verschonen- oder mal wieder ausbrennen. Es ist wirklich erschreckend, wie schnell die Fläche zerstört wurde- vor einem guten Monat wurden die Pflanzen noch vom Gras befreit, denn sonst verlieren sie den Konkurrenzkampf um Wasser und Licht.

Immerhin: aufgrund der vielen Schlangen gibt es keine Mäuse, die die Wurzeln schädigen könnten.

Bei einem erfrischenden Bad im Rio Bonito kommt Nela vorübergehend auf andere Gedanken und kann auch wieder lachen. Ameisen gibt es hier glücklicherweise nur wenige und auf der angrenzenden Aufforstungsfläche sind keine Schäden zu entdecken.

Immer noch keine Faultiere in Sicht.

Hasta Luego
Annette
www.pro-regenwald.de

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