7 Mai 2008
Von der Rolle, oder: voll für’n Arsch
Geschrieben von Gerhard Zirkel in Kategorie: Allgemein .
Der aufmerksame Leser weiß es ja schon, jeder Deutsche verbraucht 250kg Papier pro Jahr, ein großer Teil davon aus Primärfaser, also direkt aus frisch gerodetem Wald. Dieses Holz stammt zu einem großen Teil aus großflächiger Abholzung irgendwo auf dieser Welt.
Nicht alles davon geht in die Produktion von Werbematerial oder Kopierpapier. Ein großer Teil davon tangiert den Deutschen nur peripher, als Toilettenpapier nämlich. Eine Milliarde Euro geben wir pro Jahr dafür aus.
Umso erschreckender ist es, dass sich in den Haushalten fast nie Recycling-Toilettenpapier findet. Warum das so ist, konnte ich bislang nicht ermitteln, das Recyclingpapier ist weder kratziger noch hässlicher als das Primärfaserklopapier.
Vielleicht lassen sich die Menschen auch von irgendwelchen Flauschebärchen in der Werbung beeinflussen? Vielleicht denken die Käufer auch einfach nicht darüber nach, was sie da tun?
Bei so manchem Käufer habe ich das Gefühl, er weiß gar nicht dass Toilettenpapier auch aus Holz gemacht wird. Oder gibt es jetzt schon „holzfreies“ Toilettenpapier?
Wie sehen das die Leser des Waldblog?
Gerhard Zirkel
*der selbstverständlich Recyclingtoilettenpapier nutzt”
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Ein Kommentar bis jetzt...
Matthias schrieb:
16 Mai 2008 at 21:44.
Die viel zu häufige Nutzung des holzhaltigen Toipapiers beruht auf der bequemen und bloss-nicht-nachdenken Haltung der meisten Konsumenten.
Ich habe mal eine kleine (nicht repräsentative) Umfrage dazu hier im örtlichen Supermarkt gestartet. Ungefähr 70% aller Toipapierkäufer wussten nicht, woraus das Sauberpapier hergestellt wird. Entscheidend für den Kauf waren “es soll weich sein”, “es soll gut aussehen”, “es soll günstig sein”.
ÖKOTEST hat vor kurzem Toipapier getestet. Ergebnis: nur Recyclingpapier ist wirklich gut.
Ach ja, ich nutze seit Jahren nichts anderes als Recyclingpapier. Im Haushalt und im Büro.