23 Mai 2008
Verkehrte Welt – Wüste nährt den Regenwald
Geschrieben von Gerhard Zirkel in Kategorie: Südamerika .
Wissenschaftler der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz www.uni-mainz.de haben bei Studien in Ecuador einige interessante Dinge herausgefunden.
In den ecuadorianischen Anden konnte nämlich Staub aus der nordafrikanischen Sahara nachgewiesen werden. Dieser enthält eine reihe von wichtigen Pflanzennährstoffen, darunter große Mengen an Calcium und Magnesium.
Dass dieser Sandstaub, immerhin rund 400 bis 700 Mio. Tonnen jährlich, bei günstigen Windbedingungen das Amazonasbecken erreichen kann, ist schon länger bekannt.
Dass er aber in solch großen Mengen auch in den Bergregenwald Ecuadors vordringt, war den Wissenschaftlern neu. Verantwortlich dafür ist vermutlich das Auftreten einer besonderen großklimatischen Situation, nämlich des El-Nino-Southern-Oscillation-Phänomens (ENSO), dass bislang etwa alle sieben Jahre auftrat.
Die dabei aufgewirbelten Staubwolken können sich über riesige Flächen ausbreiten und teilweise so groß wie die Fläche Spaniens werden. Einige Tage ohne Regen reichen bereits aus um diese Wolken bis in den Bergregenwald vordringen zu lassen.
Die Sahara trägt durch ihren Staub also zur Düngung des Regenwaldes bei. Verstärkt sich dieses Phänomen, etwa durch den Klimawandel, könnte es zu einer Überdüngung der Regenwälder kommen.
Gerhard Zirkel
Stichwörter: Amazonas, Amazonasbecken, Ecuador, klimawandel, regenwald, Sahara, Staub