13 Juni 2008
Vom Guerilla-seeding zum Guerilla-feeding
Geschrieben von Gerhard Zirkel in Kategorie: Berichte .
Ich berichtete ja schon von meiner Entdeckung des Guerillagärtnerns. Nun macht das wenig Sinn, wenn man in einer Gegend wohnt, bei der man zum spazieren gehen schon eine Machete braucht weil alles so grün ist. München-Obermenzing ist da schon ein Fall für sich. Mitten in der Stadt aber den Flair eines Waldes.
Das hat mich natürlich nicht davon abgehalten, trotzdem Testweise einige Samenbomen zu basteln. Damit man die hernach auch sieht, entschied ich mich für Sonnenblumenkerne, die sind auch günstig zu bekommen.
Noch etwas Lehm und Erde dazu und fertig waren die Bomben. Etwas schwerer war es dann schon, einen Platz zu finden wo sie wachsen konnten. Brachliegende Grundstücke gibt es hier nämlich nicht, zumindest keine ohne dichten Wald darauf.
Ein paar Plätze habe ich dennoch gefunden. Aber was tun mit den restlichen Kernen, ich hatte natürlich „ein paar“ zu viel gekauft, waren ja billig. Also ab auf den eigenen Balkon damit, ein paar Sonnenblumen könnte da auch nicht schaden.
Aber Pustekuchen, ich hätte nie gedacht so viele verschiedene Vögel jemals auf einem Balkon zu Gesicht zu bekommen. Jedenfalls waren die Kerne schneller weg als ich piep sagen konnte und ich musste nachlegen.
Das behielt ich bis jetzt bei, nicht weil die Vögel nichts finden würden, sondern um sie anzulocken und beobachten zu können.
Das Ende vom Lied ist eine Blaumeise „Norbert“ die mir fast aus der Hand frisst und lautstark schimpft wenn nicht genug zu Essen da ist. Ein Rotkehlchen das stundenlang auf dem Geländer sitzt und trällert. Zwei Kleiber die sich abwechseln und insgesamt reger Flugbetrieb rund um den Balkon. Specht und Krähe trauen sich noch nicht recht, aber das kommt schon noch. – wo bekomme ich nur die Würmer für die Krähe her ? -
Ab und zu bekomme ich zwar noch die Erlaubnis draußen sitzen zu dürfen aber das wird immer seltener. Tja, Schicksal…
Gerhard Zirkel
Stichwörter: Bombe, Guerillagärtner, Samen, Vögel, Wald