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5 Dezember 2008

Raubbau fürs Klima

Geschrieben von Gerhard Zirkel in Kategorie: Deutschland .

 

Titelt ein Artikel im Spiegel der sich nicht etwa mit dem Regenwald oder den sibirischen Wäldern beschäftigt sondern mit dem heimischen Wald.

Der steigende Holzbedarf zur Energieerzeugung hat in den letzten Jahren die Nachfrage nach Holz gewaltig angekurbelt. Um die Nachfrage zukünftig stillen zu können, sollen riesige Maschinen bald neben den Stämmen auch Wurzeln und Äste verwerten. Ökologen warnen deshalb bereits vor der Zerstörung der heimischen Waldböden.

Bislang kommen solche Techniken allenfalls in vom Sturm zerstörten Gebieten zum Einsatz, im intakten Wald ist das aufgrund der damit einhergehenden Zerstörung des Bodens nicht erlaubt. Das soll sich aber bald ändern.

Von den gut 70 Millionen Festmetern Holz die 2007 aus deutschen Wäldern gewonnen wurden, landet bereits jetzt ein Fünftel in den Öfen privater Haushalte. Pelletheizungen schlucken eine weitere halbe Million Festmeter. Tendenz steigend.

Die großen Energiekonzerne setzen ebenfalls zunehmend auf Biomassekraftwerke in denen neben Altholz zunehmend auch Frischholz verbrannt wird. RWE etwa will zehn Frischholzanlagen im Bundesgebiet bauen, die eine weitere halbe Million Tonnen getrocknetes Holz benötigen werden.

Ökologen stehen dem sehr negativ gegenüber. Immer größere Erntemaschinen setzen dem Waldboden immer stärker zu. Die Humusschicht wird verdichtet, Sauerstoff kann nicht mehr hindurch dringen und Wasser nicht mehr richtig versichern. Zudem sorgen gerade die liegengebliebenen Äste und vor allem die Wurzeln für eine gute Nährstoffversorgung der nachwachsenden Bäume.

Bis zum Jahr 2020 wird sich der Bedarf an Waldholz von 70 auf mehr als 100 Millionen Festmeter steigern. Alleine die Ziele der Europäischen Union, in knapp zwölf Jahren rund 20 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen bereitzustellen machen das schon notwendig.

Erste Plantagen mit schnellwachsenden Pappeln und Weiden sind schon in Planung, aber reichen wird das auf keinen Fall. Restholz, das bislang im Wald verblieb also Äste, Rinde und Wurzeln sollen deshalb künftig verwertet werden. Mit fatalen Folgen für den Waldboden.

Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,593502,00.html

Gerhard Zirkel

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4 Kommentare bis jetzt...

Optimum schrieb:

13 Dezember 2008 at 11:12.

Das Problem konnte man schon vor Jahren kommen sehen – mit den steigenden Energiepreisen setzte der Trend zum heizen mit Holz ein. Eigentlich ein Rückfall um Jahrzehnte. Politisch wurde nichts unternommen, eher im Gegenteil – man feierte fast die Menschen die kostenlos den Wald aufräumten.

Auf die Idee, dass eine falsche Energiepolitik die Lage verschärft und zu Problemen führt ist wohl kaum einer gekommen. Und die Mär von perfekt funktionierenden Öfen und CO2 Neutralität beim verbrennen mag Glauben wer will – wenn noch ein paar Millionen wieder Ihr Holz verbrennen wird sich sehr schnell zeigen wohin die Reise geht.

Thialfi schrieb:

13 Dezember 2008 at 20:06.

Natürlich ist es eine wunderbare Sache, wenn man seinen Kaminofen mit schönem, trockenen Hartholz aus dem heimischen Wald heizt. Besonders gut tut einem der Schritt in die Vergangenheit, wie es merkelss Angela auf dem Klimagipfel tat. Eigentlich hatte ich das schon früher erwartet, dass sie vor der Industrie in die Knie geht und endlich das tut, wozu sie auf diesen Posten gehievt worden ist: dem Bürger das Geld aus der Tasche ziehen mit ihrem Klimageschwafel und es dann der Industrie hinterher werfen, damit sie “unsere” Arbeitsplätze “rettet”. Wenn es sich irgendwie von der Industrie vermarkten liesse, würde vermutlich das heizen mit Torf (leider brauchen das die Gärtner um ihre Gartenerde zu “verbessern”) oder sogar das verbrennen von Kuhfladen staatlich gefördert und als Schutz für die Atmosphäre verkauft!
Wie dumm muss oder darf man eigentlich sein, damit man in unserem Lande Politiker werden kann?
Liebe Grüße sendet Thialfi

Gerhard Zirkel schrieb:

13 Dezember 2008 at 21:19.

Zum Thema der Intelligenz unserer Politiker kann ich nur immer wieder sagen: Bezahlen wir ihnen endlich ein ordentliches Gehalt, dann bekommen wir auch fähige Leute. Für den Hungerlohn den eine Frau Merkel im Vergleich zu so manchem Konzernchef bekommt, gibt es halt nur 2. Wahl.

Dumm sind unsere Politiker dennoch nicht, immerhin sichern sie sich jetzt schon einen lukrativen Job für später…

Gerhard

Thialfi schrieb:

19 Dezember 2008 at 10:16.

Friede sei mit dir, Gerhard,

in dem Sinne sind sie wirklich nicht dumm, oder erzeugt ihr Egoismus vielleicht eher ein Verhalten, welches dem eines nicht dummen Menschen recht ähnlich ist?
Ich frage mich wirklich, ob es notwendig ist, das Gehalt der Politiker – ordentlich, wie du sagst – zu erhöhen, um die “erste Garnitur” zu bekommen. Politiker wird man doch eigentlich aus Überzeugung, Manager, weil man Geldgeil ist. So seh ich das jedenfalls. Verantwortlich für ihr Handeln, egal wie katastrophal es auch für die Betroffenen sein mag, ist man in den meisten Fällen auch nicht. Politiker gehen nach ihrer Karriere in die Wirtschaft, zu der sie während ihrer politischen Tätigkeit lukrative Kontakte knüpfen. Manager werden in der regel generös abgefunden und auf einen noch besser bezahlten Posten weggelobt.
Wo gibt es ein Land, in dem die fähigsten Köpfe in der Politik zu finden sind? Ich kenne keines. Immer sind Wirtschaft und Politik zu einer unheiligen Allianz verbunden, egal ob in Europa oder in den USA, oder sonst wo auf der welt. Und daran wird sich auch in absehbarer Zeit nix ändern, denke ich! Deswegen dürfen wir nicht nachlassen, immer mit den Fingern auf diejenigen zu zeigen, die nicht das Wohl derjenigen im Auge haben die sie gewählt haben, sonder ihr eigenes oder, was noch schlimmer ist, das Wohl der Großkonzerne und der Industrie!

Ich wünsche Dir und deiner Familie ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein paar ruhige und besinnliche Tage um die Batterien wieder aufzuladen. Im nächsten Jahr stehen uns sicher aufregende Zeiten bevor.

Thialfi vom Tempel der Gaia

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