1 September 2010
Holzspielzeug und was man tun kann
Geschrieben von Gerhard Zirkel in Kategorie: Berichte .
Neulich im Spielzeugladen, einem dieser großen, amerikanischen. Ich war auf der Suche nach einem Geburtstagsgeschenk für einen meiner Neffen. Gedankenverloren wandelte ich durch die Regalreihen und überlegte mir, was ihm denn gefallen könnte.
Hin und hergerissen zwischen Spielautos, Bobbycars, den bekannten Bausteinen zum zusammenstecken und den anderen geschätzten fünf Millionen Dingen mit denen sich kleine Kinder heutzutage so beschäftigen hatte ich die Qual der Wahl.
Bislang ist es mir nie so aufgefallen, aber fast alles ist aus Kunststoff hergestellt oder zumindest stark kunststofflastig. Sogar im Regal mit dem großen Schild “Holzspielzeug” fand sich überwiegend Kunststoff.
Mal abgesehen davon, das jeder Kunststoff Weichmacher enthält, denn sonst wäre er nicht elastisch und Weichmacher die Angewohnheit haben, auszudampfen und sich auch im Speichel des Kindes zu lösen, ist auch die Herstellung dieser Produkte nicht unkritisch.
Das geschieht heutzutage zwar in China und nicht mehr hierzulande, aber es wird doch das gleiche Rohöl dafür verwendet und eine Menge Energie.
Da vermisst man doch das gute alte Holzspielzeug mit dem man selber aufgewachsen ist. Klar, auch ich habe mit Plastik gespielt aber dennoch werde ich nie meine Holzbauklötze vergessen oder die Holzeisenbahn aus frühen Kindertagen.
Während das ganze Plastikzeug längst auf der Müllkippe liegt, existiert das Holzspielzeug immer noch auf dem Speicher und wartet auf seinen nächsten Einsatz.
Dort liegt auch noch ein ganz besonderes Higlight, eines meiner damaligen Lieblingsspielzeuge, eine Kugelbahn aus Holz. Dank einiger Erweiterungssätze ein ziemlich umfangreiches Ding, mit dem sicher noch einige Kinder einen mords Spaß haben werden.
Aus ökologischer Sicht ist Holzspielzeug ganz sicher die bessere Wahl und auch aus gesundheitlicher. Denn Holz enthält keine Weichmacher die ein Kind herauskauen könnte.
Die Oberflächen von gutem Holzspielzeug sind entweder unbehandelt oder mit Naturharzölen eingelassen. Die Holzspielzeug Farben sollten aus Wasserlack mit ungiftigen Farbpigmenten bestehen.
Achtet man darauf und natürlich auf eine solide Verarbeitung, hat man Spielzeug für die Ewigkeit gekauft und man muss sich keine Sorgen um den nächsten Weichmacher-Skandal machen.
Mein Neffe bekommt jetzt jedenfalls ein Geschenk aus Holz, auch wenn die Suche danach etwas länger gedauert hat als geplant.
Gerhard Zirkel
Stichwörter: Holz, holzspielzeug, kunststoff, WaldÄhnliche und weiterführende Beiträge
2 Kommentare bis jetzt...
Sonja schrieb:
9 September 2010 at 16:06.
Also ich finde es mutig von dir Holzspielzeug zu kaufen. Die Kinder von heute interessieren scih doch nur noch für Spielzeug, wenn da Batterien rein müssen und es blinkt, sich bewegt und krach macht. Ich habe früher als Kind auch sehr gern mit meinem Spielzeug aus Holz gespielt und ich finde es wirklich schade, dass es immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird. Denn kaum ein anderes Material ist so stabil und unbedenklich wie Holz. Wär schön, wenn du mal berichtest was dein Neffe zu seinem Geschenk gesagt hat.
Gerhard Zirkel schrieb:
9 September 2010 at 16:56.
Hallo Sonja,
Krach macht mein Neffe auch ohne Spielzeug
Gesagt hat er nichts, er ist auch erst ein Jahr alt geworden, aber gefreut hat er sich sichtlich. Zumindest lag mein Geschenk im Familien-beliebtheits-Vergleich ganz weit vorne.
Aber auch meine anderen Nichten und Neffen, schon deutlich älter, lassen sich nicht nur von batteriebetriebenen Blinkespielzeug beeindrucken, man muss ihnen nur eine Alternative bieten. Die meisten Eltern schenken aber heutzutage keine Spielsachen mehr sondern “Kinderbeschäftigungsmaschinen” denn wer will sich heute noch selbst mit seinen Kindern beschäftigen? Traurig aber meistens wahr …
Gerhard